Oder Glück im Unglück und …. Unglück und am Ende ging doch alles Gut :)
Vor gut 2 Wochen war ich mit dem Zug nach Nanjing unterwegs. Der erste Stop bevor es dann mit dem Flieger nach Lhasa gehen soll. Es waren Sebastians 2 letzen Wochen in China, die er mit seinem Freund Thomas aus DE in Tibet verbringen wollte und ich begleitet die Beiden! Sebastian war für ein halbes Jahr bei Siemens in Nanjing für ein Praktikum angestellt und den Thomas kannte er vom Studium.
Und was für Eins! So gingen dann die 3 Mechatroniker am So morgen in aller herrgottsfrühe zum Flughafen und flogen über Chengdu nach Tibet. Doch als wir in Chengdu wieder einchecken wollten, blieb mir das Herz stehen! Unser Flug war gestrichen und der Typ am Schalter schwafelte was von einer neuen Permision, die wir haben sollten, da die Alte ungültig sei. Ohne diese … kein Flug nach Tibet! Ähm, Verwirrung pur ?! Was jetzt, ist dass das Aus für unsere Tibetreise? Wir liessen mal unsere Flüge auf den nächsten Tag umbuchen und unser Guide von Lhasa versuchte die neue Permision zu besorgen. Ja, das klappe dann auch, aber wirklich auf den aller letzten Drücker. Eine halbe Stunde bevor unser Flieger ging, kriegten wir den Fax, unsere Flugtickets und ab ging’s durch den Zoll. Ich dachte gar nicht mehr daran, dass wir nach Tibet fliegen und zu unserer Überraschung kriegten wir sogar noch First Class Tickets!!
Wir genossen den Flug umso mehr und wurden am Flughafen von unserem Guide und dem Driver herzlich mit einem tibetischen Gebetsschal empfangen.


Um uns an die Gegend der wehenden Gebetsfähnchen und vor allem an die Höhe (3'700 m) zu gewöhnen gingen wir’s ruhig an. Wir besprachen am Abend das Programm für die nächsten 7 Tage in einem gemütlichen Restaurant und gingen dann überglücklich, erschöpf und total müde ins Bett.
Am ersten Tag war Sightseeing in Lhasa angesagt. Wir starteten mit dem grössten Bauwerk Tibets, dem Potala Palast. Er fungiert gleichzeitig als Kloster, Verwaltungszentrum, Mausoleum und grösste Schatzkammer des tibetischen Buddhismus. Weiter ging’s mit dem 640 n.Chr gegründeten Jokantempel. Er gilt als meist verehrte Kultstätte Tibets, was auch an dem immensen Pilgerstrom erkennbar war. Auch das Kloster Sera war total überfüllt, was zu unangenehme drängeln in den Schlangen führten. Oft kriegte man nur 1 bis 2 Sek Sicht auf die Statuen bevor man von einem Mönch weitergeleitet bzw. geschoben wurde. Aber das ging ja Allen so. Zudem war der Duft von Räucherstäbchen und Yaköllampen nicht besonders reizvoll für die Nase und so machte es mir nichts aus, schnell wieder an die frische Luft zu kommen. Am Abend besorgten wir noch unsere Zugtickets für die Heimreise und kauften Wasser, Snacks, Schoggi, Instantnodeln und Brot für die Tour ein.
Und los geht’s Richtung Mt Everest. Als Vorstufe um uns an die Höhe zu gewöhnen machten wir am zweiten Tag den Gampala Pass (5200 m.ü.M) und kamen so auf die Höhe des Yamdrok Sees. Über zwei weitere Pässe fuhren wir dann langsam wieder runter, machten einen Zmittagstop in Gyangze (4040 m) und weiter ging’s nach Shigatse. Shigatse ist die zweit grösste Stadt Tibets (3900 m.ü.M) und der Sitz des Pantschen Lama. Wir besichtigten am Nachmittag das Tashilhümpo Kloster und wie gewohnt folgt man im Uhrzeigersinn dem Rundgang. Gleich am Anfang präsentiert sich die 26m grosse und damit weltgrösste vergoldete Kupferstatue. Sie entstand 1914 aus 11 t Bronze und 229 kg Gold!
Von Shigatse aus führt die Strasse am 3 Tag weiter westwärts im Tal zwischen Himalaya und Transhimalaya bis Lhaze. Dort gabelt sie sich, weiter westwärts geht es zum heiligen Berg Kailash, südwestwärts führt die Strass nach Nepal/ Kathmandu und vor allem von da aus, bieg noch eine weitere Strasse zum Basecamp des Mount Everest ab! 3 Pässe von je 5000 m überquerten wir, passierten Pferdewaagen, Motorräder und kleine Traktore, die auf den staubigen Pfad fuhrwerkten. Natürlich sah man viele Yak’s, Schaffe, Ziegen und Tibetische Wohnsiedlungen bis wir endlich unser Ziel erreichten!

Die Ansicht war schon alleine Atemberauben, da auch noch die Höhe Sauerstoff raubte, war ich wie gelähmt, aber voller Glücksgefühle auf dem Dach der Welt angekommen.
Wir verbrachten die Nacht im Basecamp und sahen am Morgen in der eisigen Kälte den Sonnenaufgang. Als wir nach 1,5 h nur noch zitterten vor Kälte beschlossen wir aufzubrechen und wieder nach Shigatse zu fahren. Mit traurigem Blick schaute ich aus dem Rückfester des Jeeps wie der Mt. Everest kleiner und kleiner wurde, jedoch war ich wiederum auch froh richtig atmen zu können.
Erschöpft fiel ich ins Bett und erfreute mich am nächsten Morgen über das Früstück: Tee, doppelseitig gebratenes Spiegelei, gebratener Schinken, Dumblings (Teigkugel mit gehacktem Fleisch drin), Pommes, Toastbrot, Gonfi und Reissuppe. Gestärkt ging’s dann nach Lhasa zurück, da wir unser Programm wegen eines Schneesturms ändern mussten. Wir führen ca. 5 h durch eine schöne Schlucht mit dem Fluss Tsangpo, vorbei an Dörfen und einer Sandwüste. Am Abend vertrieben wir unsere Zeit am Pilgermarkt, kauften einige Souvenirs und feilschten zum Spass mit den Händlern bis Thomas ein T-Shirt mit der Aufschrift Yak Yak Yak Yak Yak kaufen musste.
An unserem letzten Tag führen wir zum Namsto Lake, angeblich der höchst gelegenste Salzsee der Welt. Als wir ankamen staunten wir nicht schlecht, denn …. 1. Wie kann ein Salzsee einfrieren? 2. Das war hammer genial! Die Oberfläche sah aus ob als die Wellen direkt eingefroren waren. Im Hintergrund noch eine Gebiergskette mit Gipfel von bis zu 7114 m Höhe. Für mich war klar, dass ich auf der Eisfläche herumhüpfen musste, denn bei dieser Kälte war die Eisdicke min. 1m 

Auf dem Plateau des Namtso Lake waren viele Normaden mit ihren Yak und Schaffherden unterwegs. So zu sagen unendlich viele Yaks und Schafe, kleine, grosse, schwarze, weisse, zottige, springende, ruhige – da war alles dabei! Auf dem Rückweg machten wir einen kleinen Halt in einem Thermalbad mit 40 bis 60° C warmen Quellwasser. Die wärme tat richtig gut, nur die Hygienenbedingungen liessen etwas zu wünschen übrig. Also gings im Hotel schnell unter die Dusche und dann zu unserem lieblings Restaurant an der Ecke zum letzten Essen. Es gab natürlich Yak-Burger!
Mit Proviant eingedeckt machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg zum Bahnhof, nahmen Abschied von unserem Driver und Guide und los ging die 2 tätige Zugfahrt zurück nach Shanghai. So bin ich einmal quer durch China mit dem Zuggefahren und je mehr wir Richtung Osten kam, desto mehr veränderte sich die Landschaft wieder zurück von den weiten menschenleeren Bergen Tibets zur Grossstadt-Metropole Shanghai. Ich brauchte fast zwei weitere Tage bis ich mich im Menschenwirrwarr wieder zu recht fand 
Bilder von der Reise findet ihr unter diesem Link: http://picasaweb.google.de/ursina.baumgartner